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Niederjossa 1880

 

Lehrer Schwarz schreibt:

 

Ostern 1880 wurden 12 Kinder konfirmiert und 14 aufgenommen.

Die Zahl der Schüler beträgt jetzt 79. Die Oberklasse hat davon 30 (16 Knaben und 14 Mädchen). Die Unterklasse hat 20 Knaben und 29 Mädchen.

Am 14. April 1880 starb der Localschulinspector der hiesigen Schule, der Herr Consistorialrath Kraushaar zu Niederaula. Das Begräbnis fand am 17. April statt. Die Leichenrede hielt der Gehilfe des Verstorbenen, der Herr Pfarrer Wittekindt.

Am 16. September 1880 revidierte der Oberschulinspector, Herr Dr. Vial aus Hersfeld die hiesige Schule.

Infolge des kalten Winters starben die meisten Obstbäume in hiesiger Gemeinde ab. Voraussichtlich werden nur wenige Bäume im nächsten Frühjahr wieder grünen und blühen.

Niederjossa, d. 17 September 1880, gez. Schwarz, Lehrer.

Am 17. Oktober 1880 hielt der neue Localschulinspector, der von Obergeis nach Niederaula versetzte Herr Pfarrer Gerlach seine Antrittspredigt.

Die höchste Temperatur im Jahre 1880 war +26°R, die niedrigste -16°R. Frühlingsdurchschnitt 9,7°R, Sommer 14,4°R, Herbst 6°R, Winter -0,2°R.

Der Jahresdurchschnitt war 7,7°R.

Es waren 154 Regentage, 25 Gewittertage, 27 Schneetage, 54 Nebeltage.

 

Schülerzahl: 79. Davon 37 Knaben und 31 Mädchen

Oberklasse 15 Knaben und 11 Mädchen

Unterklasse 22 Knaben und 31 Mädchen

Niederjossa, 30. April 1881,  gez.  Schwarz, Lehrer

 

Infolge des diesjährigen harten Winters (-21°R) starben die Obstbäume, besonders die Zwetschenbäume, welche der vorige Winter verschont hatte, gänzlich ab, sodaß in der hiesigen Gemarkung ein guter Zwetschenbaum kaum noch zu finden sein dürfte. Mit Ausnahme vom Erlingsberge.

Merkwürdig ist es nämlich, daß die höher gelegenen Gegenden von der Kälte nicht gelitten haben und die Bäume sich dort des besten Wachstums erfreuen.

Die höchste Temperatur im Jahre 1881 war 29°R Wärme im Schatten und -21°R Kälte.

Der Frühlingsdurchschnitt 8,9°R, Sommer 14,7°R, Herbst 5,3°R, Winter 0,4°R.  Der Jahresdurschnitt war 7,2°R

151 Regentage, 21 Gewittertage, 57 Tage an welchen es geschneit und 48 Nebeltage.

Ostern 1882 wurden 5 Kinder entlassen und 16 aufgenommen.

Schülerzahl: 88, davon Knaben: 45, Mädchen: 43 – Oberklasse 19 Knaben, 24 Mädchen

 

Der Winter 1881/82 war sehr abnorm. Schon am 4., 5. und 6. Oktober schneite es tüchtig und war der ganze Oktober unfreundlich und besonders rauh. Später gab es sehr wenig Schnee und die Witterung war so gelinde, daß schon am 7. April die Schlehen in voller Blüte standen. Am 8. April blühten die Stachelbeeren und am 9. April die Frühbirnen. Heute, am 24. April,  blühen Zwetschen-, Birn- und Kirschbäume überall schon lange.

Der Roggen und Weizen ist schon so entwickelt, wie die meisten Jahre Mitte Mai. Infolge des gelinden Winters sparte man sehr das Futter für das Vieh, und ist der Futtermangel, den man befürchtete, nicht eingetreten. Hierzu trug auch die reichliche Kartoffelernte bedeutend bei. Um Johanni vorigen Jahres, als man die ersten Frühkartoffeln holte, sah man zu seinem großen Schrecken, daß beinahe nichts an den Stöcken hing. Ebenso war es auch zu Jakobi. Um diese Zeit traf ein gutes Regenwetter ein, und 14 Tage nach Jakobi hatten sich die Kartoffeln so erholt, daß man an einigen Stöcken eine ganze Kötze voll hatte, während man vorher viele Stöcke ausmachen mußte, um eine Mahlzeit zu erhalten.

 

Niederjossa, den 24 April 1882,    gez. Schwarz, Lehrer

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