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Breitenbacher Urteil

Eine schaurige Begebenheit

Das Kirchenbuch von Breitenbach am Herzberg lässt viel Ahnung über das Leben und die Not der Menschen in der Zeit zwischen 1650 und 1695 erahnen.

Man erwartet, dass ein Pfarrer, der Nächstenliebe predigt, diese auch praktiziert und zeigt. Hierzu findet man im Kirchenbuch von „Breitenbach unterm Hirtzberge“ eine Geschichte, die mit Worten nicht zu beschreiben ist. Wer also zart besaitet ist, dem sei unbedingt geraten, hier an dieser Stelle einfach weiter zu klicken!

Am Ende des Jahres 1685 schreibt der Breitenbacher Pfarrer seinen Abschlussbericht ins Kirchenbuch. Hierbei erwähnt er die Anzahl der Getauften, der Verheirateten und der Begrabenen im vergangenen Jahr. 

Abschließend notiert er noch, dass am 2 Oktober 1685 der Hatteröder Heinrich Eckstein und seine Stieftochter Barbara Seibert bei Oberjossa am Gerichtsplatz hingerichtet wurden.

Hinrichtung 1685

Im Original lautet der Text:

„den 2ten dieses Monats* Henrich Eckstein von Hatteroda, sampt seiner Stieftochter Barbara Seibartin, mit welcher er zway Kinder in der Blutschand u. Ehebruch gezeuget hatte, das erste Kind ganz verbracht und getödtet, u. den Hunden zu fressen gegeben, das ander aber lebendig erhalten worden. Oben bey dem Gericht bei Obernjoßa gestellt und gerichtet, daß erst die Weibsperson geköpft, hernach auch er, Heinrich, zweymahl im Kreiß mit glüenden Zangen gepfätzt** und hernach enthäuptet u. sein Kopf auf einem Pfahl gesteckt worden. Sonsten aber ist sie und er unter dem Galgen begraben worden“.

 *Oktober – **gehäutet

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