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Ketchup, Trump und die Obermühle

Ketchup, Trump und die Obermühle in Niederjossa

Obermühle in Niederjossa
Niederjossa Obermühle

Was hat eigentlich die Obermühle in Niederjossa mit Ketchup und Trump zu tun? Dazu muss ich etwas ausholen.

Durch all die vielen Jahrhunderte lebten Familien als Müller in der sogenannten Obermühle in Niederjossa. Angefangen – soweit  ich das nachforschen konnte  – als Henn Koch, der im Jahre 1575 als „Müller  in der sogenannten Obermühle“ genannt wurde. Noch weitere zwei Generationen hießen die Müller Koch. Selbst dem 30jährigen Krieg von 1618 bis 1648 konnte die Familie trotzen.

Georg Wepler – ebenfalls der Urvater einer weit verzweigten Familie, bis über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus – heiratete die Tochter des Müllers Koch. Deren Nachfahren sorgten für eine weitere Generation Müller in der Obermühle. Bis schließlich ein Müllerssohn, Michael Schuch, aus Allendorf „in der Wüste“, Barbara Wepler, die Müllerstochter ehelichte. Das war im Jahr 1668. Von nun an sollte der Name „Schuch“ für weitere 200 Jahre in der Obermühle erhalten bleiben.

Als der letzte Müller dieser Sippe, Peter Schuch, in 1879 verstarb, verkaufte seine Witwe, Katharina Elisabeth, geb. Bätz zwischen 1880 und 1884 die Obermühle. Eduard Corell, geboren im Hofgut Ottersbach, war der Käufer. Diese Nachkommen, die – bis heute –  die Obermühle erhalten haben,  sollten jedem in Niederjossa bekannt sein.

Die historische Familie Schuch, bzw die Obermühle, ist also die Wiege vieler Menschen, in unserer Marktgemeinde  sowie  im Neuensteiner, Homberger und Rotenburger Raum leben. Nicht zuletzt derer, die sich über den gesamten amerikanischen Kontinent verbreitet haben. 

Margarethes Taufeintrag
Margarethes Taufeintrag 1822

Dazu gehört eine berühmte Familie, deren  Vorfahren in der Niederjossaer Obermühle geboren wurden:

Conrad Schuch und seine Frau Gela, eine geborene Meckbach, deren Ururenkelin Margarethe Schmidt, geb am 09 Juni 1822 in Kruspis, nahm damals all ihren Mut zusammen und machte sich auf die beschwerliche Reise nach Amerika, um dort ihr Glück zu finden. Das gelang ihr ziemlich schnell, denn  nach ein paar Monaten Aufenthalt in Sharpsburg, Pennsylvania, begegnete sie dem Ziegelfabrikanten Johann Heinrich Heinz aus Kallstadt, Rheinland-Pfalz (damals Königreich Bayern) Bald darauf hielten die beiden Hochzeit. Zu Johann Heinrichs  engstem Verwandten und Freund, der auch auf dieser Hochzeit tanzte, gehörte sein Cousin ersten Grades,  Friedrich Trump. Die Nachkommen Friedrichs sollten ebenfalls hinlänglich bekannt sein…

Margarethes ältester Sohn, Henry, liebte es im Garten seiner Mutter zu arbeiten und ihr beim Einkochen der Früchte zu helfen. Schon bald experimentierte er mit Tomatensoße. Seine Mühen hatten sich gelohnt, denn die rote Soße wurde  nicht nur in seiner der Nachbarschaft, sondern auch landesweit genauso begehrt, wie auch er selbst als Heiratskandidat.

Schade, dass Margarethes Eltern diesen finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg ihrer Tochter und ihres Enkels nicht mehr erlebten. Sie starben 1847 und 1851 in Kruspis.

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