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Niederjossa 1894 – 1896

Lehrer Schwarz berichtet:

 

Ostern 1894 wurden 7 Kinder entlassen und 15 aufgenommen. Die Schülerzahl beträgt nun 114

Der Winter von 1894/95 war sehr lange, kalt und schneereich. Die Kälte betrug an mehreren Tagen minus 20 °R. Die Saaten sind gut geblieben und der Klee ist nicht verwintert. Selbt die Weinstöcke sind nicht erfroren!


Ostern 1895 wurden 15 Kinder entlassen und 12 aufgenommen. Schülerzahl = 111

Die Heuernte war in diesem Jahr so gut, wie seit langer Zeit nicht mehr. Das Wetter war dabei so schön, daß sämtliches Heu ohne Regen eingefahren werden konnte.

Die Folge von der nun beginnenden trockenen Zeit war, daß der Hafer in der Entwicklung zurück blieb, und daß das Grummetgras nur eine halbe Ernte brachte. Die Trockenheit hielt an bis zum dritten Oktober. Die Bestellung der Felder ist erst zum geringsten Teile erfolgt und die Mäuseplage ist groß. Die Kartoffeln ergaben sowohl qualitativ als auch quantitav eine gute Ernte.

Am 6. August, diesen Jahres wurde die hiesige Schule durch den Herrn Kreischulinspector Gerlach zu Niederaula, geprüft. Am 5. September stattete der Herr Regierungs- und Schulrat Sternkopf aus Kassel der hiesigen Schule einen Besuch ab. Da der Unterricht schon vorbei war, erstreckte sich die Inspektion nur über die Hefte und das Dienstjournal. Herr Lokal- und Kreisschulinspector Gerlach von Niederaula hat sich weg gemeldet und tritt am 1. Oktober seine neue Stelle in Großenglis an.

Herr Hilfspfarrer Wittich hat sich nach Obergude gemeldet. An die Stelle des verzogenen Pfarrers Gerlach nach Großenglis erhielten wir den Herrn Pfarrer Schröder ab 01. Januar 1896.

Am 1. Februar 1896 erhielten wir Herrn Pfarrer Schenk aus Ziegenhain als Hilfspfarrer nach Niederaula. Derselbe wurde auch zum Ortsschulinspector für Mengshausen und Niederjossa ernannt.


Ostern 1896 wurden 13 Kinder entlassen und 12 aufgenommen. Schülerzahl gesamt 108

Am 14. Juni 1896 wurde durch Herrn Pfarrer Schenk der neue Friedhof eingeweiht. Das Land dazu wurde von Justus Riffer für 700 Mark gekauft.

Die Witterung im Vorsommer 1896 zeichnete sich durch große Trockenheit aus. Die Heuernte war nach Quantität mittelmäßig, aber die Qualität war sehr gut. Von der Kornernte an gab es Regenwetter und hat dasselbe angehalten bis Ende September. Die Folge davon war, daß viel Frucht auswuchs und das Stroh zum Füttern unbrauchbar wurde. Die Kartoffeln wurden schlecht und brachten wesentlich weniger ein, als sonst. Es kostet jetzt das Viertel (3 Zentner) 6 Mark und 50 Pfennige.

gez. Schwarz, Lehrer

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