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Eine Postkarte

Eine Postkarte, die im Jahre 1898 in Niederaula an einen Auswanderer in Amerika abgeschickt wurde, ist nun wieder an ihren Ursprungsort zurück gekommen.  Durch einen  glücklichen Zufall  habe ich die Karte, die ein Antikhändler  im Internet anbot, erwerben können. Ich kann es immer noch nicht fassen!

 

Empfänger der Postkarte

Der Empfänger der Postkarte war der Bruder des Gastwirts Grenzebach, Jacob Paul Grenzebach, geb 1854 in Niederaula.  Er war verheiratet mit Katharina Rohrbach, geb 1857 in Niederaula. Nach dem Tod ihres ersten Kindes in 1879 folgten die Grenzebachs dem Ruf von Freunden und Verwandten, die bereits nach Amerika ausgwandert waren und machten sich auf die lange und ungewisse Reise, um eine bessere Zukunft zu finden.

 

Jacob Paul Grenzebach und Anna Katharina Rohrbach starben 1947 und 1939 und sind auf dem Friedhof in Washington, Illinois, USA begraben. Neben ihnen haben dort zahlreiche weitere Familien aus Niederaula ihre letzte Ruhestätte gefunden.

 

Die Fotos der Postkarte stammen  aus der Zeit nach 1894 und zeigen neben der Gaststätte Grenzebach, die damals sogenannte Villa Eichmann. Das Wohnhaus der Gastwirtsfamilie. Das Haus steht gegenüber der Gastwirtschaft.

Postkarte nach Amerika 1898

 

 

Die Familie Eichmann entstammt einer langen Ahnenreihe von Gastwirten in Niederaula und den umliegenden Ortsteilen. Heinrich Eichmann (1849 – 1894), verheiratet mit Margarethe Maria Grenzebach (1857 – 1947) war  der  letzte dieser Generation von Gastwirten.  Die Ehe der beiden blieb  kinderlos. Nach dem Tod von Heinrich Eichmann übernahm sein Schwager Konrad Grenzebach (1867 – 1943)  die Gastwirtschaft.  Ausserdem war Konrad Grenzebach mit Heinrich Eichmanns Nichte, Katharina Herwig (1874 – 1896),  Tochter des Stetemüllers, verheiratet. Es war also eine Erbfolge,  die beide Ehepartner zufrieden stellen konnte.

 

Heute erkennt jeder Niederaulaer diese Gastwirtschaft als den ehemaligen „Hersfelder Hof“, der ab 1907 von der Familie Hassenpflug und nach Kriegsende bis in die achtiziger Jahre noch von Familie Eichenauer bewirtschaftet wurde.

 

Ein weiteres Foto zeigt das ehemalige Kaiserliche Postamt von Niederaula. Heute befindet sich dieses Gebäude in Privateigentum.

Der Poststempel und die Briefmarke der Kaiserlichen Reichspost lassen die Vermutung zu, dass die Karte in 1898 verschickt wurde. Die benutzte Briefmarke wurde bis zum 31. Dezember 1898 verwendet. Ab dem 1. Januar 1899 wurde diese durch eine neue Marke ersetzt.

Der amerikanische Poststempel von Illinois zeigt einen Eingangstempel vom 11. November 1899. Viel Geduld musste also vorhanden sein, beim Nachrichtenaustausch zwischen Europa und dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten.

Peoria, am Illinois River gelegen,  war so klein, dass es wahrscheinlich noch ohne Straßennamen auskam. Vielleicht aber auch, weil alle Einwohner sich noch persönlich kannten. Heute  zählt Peoria zu  den wichtigsten Städten Illinois‘.

Im Jahre 2016 wurden 144 000 Einwohner registriert.

 

Der Text auf der Karte lautet:

Lieber Freund, wir haben schon manchmal an dich gedacht und wünschten dich einmal wieder hier in unserer Mitte zu haben. Gute Kameraden und Freunde denken deiner hier bei fröhlichem Beisammensein:

Friedrich Großenbach, Jacob Bieber, Georg Schüler, Paul Pfalzgraf, Johannes Schienbein, G. Weiffenbach, Schlosser, Jakob Pfalzgraf, W. Mühlhenrich, J. Herwig, G. Nuhn.

Wir sind alle noch munter und nüchtern! [Eulalia]

 

Fotos:  eulen-chronik,  Grabstein Grenzebach: www.findagrave.com

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